002 Evolution ist Wettbewerb

Wird die Troposphäre der Erde zerstört gibt es keine zweite Chance.

Da gibt es am Rande des Universums einen kleinen Planeten, der bringt durch verschiedene Zufälle intelligentes Leben hervor.

Die Spezies Mensch erreicht, im Verhältnis zum Alter des Universums in unglaublich kurzer Zeit, ein technisches Wissen, das man nur als phänomenal bezeichnen kann.

Diese Spezies könnte mit ihren technischen Möglichkeiten den Planeten Erde zu einem  paradiesischen Lebensraum für alle Menschen machen.

Jedoch, die Menschheit steht vor der eigenen Vernichtung.

Was läuft da schief und wieso?

 

Wettbewerb

Unser Universum mit der Dimension in der wir leben, ist mit dem Urknall entstanden. Von der ersten Sekunde bis heute dehnt sich unser Universum aus. Mit dem Urknall hat ein Akt der permanenten Veränderung begonnen. Seit dem Auftauchen der ersten organischen Materie herrscht auf der Erde Wettbewerb der Arten

Wettbewerb der Arten.

Wettbewerb, erzwungen durch die Evolution. Organische Materie muss sich permanent an die sich permanent verändernden Bedingungen anpassen, sonst ist sie nicht überlebensfähig.

Evolution und Anpassung geschieht ständig, für uns aber vordergründig nicht ersichtlich.

Bei diesen Anpassungen ist sehr wichtig den Zeitfaktor zu berücksichtigen. Für uns Menschen sind die riesigen Zeiträume schwer vorstellbar. Im Laufe eines Menschenlebens war Evolution und ständige Veränderung der Arten nicht sichtbar. Erst seit Darwin und mit Hilfe der modernen Wissenschaften ist dieses Wissen Allgemeingut.

Alle organische Materie, Pflanzen, Tiere und andere Organismen stehen in ständigem Wettbewerb und versuchen durch Veränderungen ihres Organismus das Dasein ihrer Art zu optimieren.

Von jeder Regel gibt es Ausnahmen. Bei genauem hinsehen wird man aber feststellen, dass dies nur Ausnahmen auf Zeit sind.  Wenn eine Art sich z.B. seit tausenden von Jahren nicht verändert hat und sich in einer Nische unseres Ökosystems wohlfühlt, heißt das nicht, dass diese Art die Evolution eingestellt hat. Die Art wird sich verändern, sobald dies durch veränderte Umweltbedingungen erzwungen wird, oder sie stirbt aus.

 

Evolution ist Wettbewerb.

Im Wettbewerb der Arten auf unserer Erde hat sich der Homo Sapiens, der moderne Mensch, an die Spitze der Arten setzen können.

Der Mensch hat, durch Umstände die noch nicht zweifelsfrei geklärt sind, Intelligenz entwickelt.

Die Menschheit hat, im Verhältnis zum Alter unseres Universums, und auch im Zeitraum in dem organisches Leben auf der Erde besteht, in extrem kurzer Zeit die Erde mit aller Flora und Fauna sich Untertan  gemacht.

In der Menge der Individuen hat die Menschheit die Höchstmenge der Personen die auf dieser Erde gut ernährbar leben können erreicht, wenn nicht gar überschritten.

Lt. dem neuesten „Living Planet Report“ hat sich in den letzten 40 Jahren die Tierpopulation um 52% verkleinert.

Die Zahl der Menschen hat sich verdreifacht.

Derzeit wären 1,5 Erden nötig um den aktuellen Ressourcenverbrauch der Menschheit zu decken.

Die Menschheit plündert ihre eigene Lebensgrundlage, plündert ihren Planeten aus.

Jeder der 1 + 1 zusammenzählen kann, kann sich an den Fingern abzählen, dass wir mit Vollgas auf den Abgrund zurasen. Und trotzdem, selbst Regierungen, Wirtschaftsexperten, auch Wissenschaftler fordern Wachstum.

Wieso eigentlich? Die Menschheit hat das Wissen und die technischen Möglichkeiten die Erde zu einem Paradies für alle heute lebenden Menschen zu machen. In der Theorie kein allzu großes Problem. In der Praxis unmöglich. Wieso ?

Wettbewerb und Hoffnung

Alle Arten stehen in permanentem Wettbewerb der Evolution. Das Leben ist Wettbewerb vom ersten Augenblick an. Jede Lebensart, ob Pflanze, Tier und auch der Mensch steht im Wettbewerb die eigenen Gene fortzupflanzen und andere zu verdrängen.

Die Spermien des Mannes sind untereinander im Wettbewerb, um als erstes ein weibliches Ei zu befruchten. Aus Wettbewerbsgründen wird sogar im Tierreich oft gemordet. Es wurde beobachtet, dass z.B. Löwen die noch kleine Nachkommen eines Rivalen töten, um mit der Löwin eigene Nachkommen zu zeugen. Auch von Schimpansen wird ähnliches Verhalten berichtet.

Das Leben ist ein Wettbewerb um die Verbreitung der eigenen Gene. Wettbewerb um die beste Ernährung, die beste Partnerin, das beste Jagdgebiet. Wettbewerb ist auch immer mit  Aggression verbunden. In der Frühphase einer Spezies ist ein gewisser Grad von Aggression notwendig und hilfreich im Kampf um Nahrung, Land, Sexualpartner. In einer funktionierenden Gemeinschaft ist Aggression ein zerstörender Faktor. In der heutigen Situation der Menschheit müsste Aggression dringend durch Empathie ersetzt werden.

Das ganze Verhalten läuft bei allen Arten ganz automatisch ab.

Es ist ein Teil der Evolution.

Beim Menschen hat sich durch die Entwicklung der Intelligenz dieser Wettbewerb stark verschärft. Mit dem Wachsen der Intelligenz und des Wissens entwickelte der Mensch Bewusstsein, und er erkannte, dass er im  Wettbewerb steht.

Mit dem Bewusstsein des Wettbewerbs beinhaltet dieser seither auch immer die Hoffnung.

Wer in einen Wettbewerb eintritt hat automatisch auch immer die Hoffnung zu gewinnen.

Somit ist Wettbewerb und Hoffnung untrennbar verbunden.

Die Starken, die Rücksichtlosen, aggressive Kämpfernaturen, Durchsetzer, Führungspersönlichkeiten, sind im Kampf um die Macht bisher in der Weltgeschichte immer die erfolgreichsten Menschen. Dies muss bei weitem nicht immer zum Vorteil der ihnen zugehörigen Gruppe sein. Schon sehr oft führten diese Machtmenschen die ihnen folgende Gruppe ins Verderben.

Die politischen Systeme

Kapitalismus

Kapitalismus ist die aggressivste Art des Wettbewerbs.

Wirtschaftlicher Erfolg bringt automatisch auch Macht über andere mit sich.

Wer wirtschaftlich erfolgreich sein will muss aggressiv seine Ziele verfolgen, darf zu seinen Mitbewerbern nicht rücksichtsvoll sein, sonst wird er selbst weggedrückt.

Wer wirtschaftlich erfolgreich ist erhebt sich über andere.

Der wirtschaftlich Erfolgreiche hat in der Gesellschaft eine hohe Anerkennung.

Sehr schnell wirtschaftlich erfolgreich zu sein ist nur in einem kapitalistischen Wirtschaftsystem möglich.

Starke machtbewusste Persönlichkeiten werden immer aggressiven Kapitalismus bevorzugen, weil sie nur in diesem politischen System die Chancen sehen, ganz schnell in Machtpositionen zu gelangen.

Diese Macht können sie, nur durch Gesetze begrenzt, die sie durch persönliche Netzwerke oft mitbestimmen, nutzen, um die  eigene Machtposition und die der Nachkommen zu zementieren.

Wettbewerb im kapitalistischen System ist Hoffnung auf Macht, Hoffnung auf Anerkennung und Hoffnung auf den Machterhalt der Nachkommen.

Soziale Marktwirtschaft

Soziale Marktwirtschaft ist ein gemilderter Kapitalismus.

Der Wettbewerb der Erfolgreichen ist der gleiche wie beim Kapitalismus.

Man lässt lediglich den größten Teil der Bevölkerung am wirtschaftlichen Erfolg durch gerade ausreichende finanzielle Mittel abgestuft teilhaben.

Abgestuft, weil natürlich in allen Stufen der Arbeitswelt, beim Einkommen, im gesamten Dasein, Wettbewerb herrscht.

Ob aggressiver Kapitalismus oder Soziale Marktwirtschaft, immer hat auch der Geringste noch die Hoffnung.

Selbst wenn er einsehen muss, dass er auf „Normalem Weg“ nie zu Macht und Anerkennung kommt, bleibt immer noch Hoffnung dass man irgendwie zu Reichtum kommen könnte. Reichtum wird mit Macht und Anerkennung gleichgesetzt.

Selbst wenn es extrem unwahrscheinlich, und die Chance verschwindend gering sind, hoffen wöchentlich zig Millionen Menschen auf den Hauptgewinn in der Lotterie.

Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Kommunismus

Im Kommunismus ist theoretisch der wirtschaftliche Wettbewerb ausgeschaltet.

Jeder stellt seine Arbeitskraft, sein Wissen und Können zur Verfügung zum Wohle der Allgemeinheit.

Keiner erhebt sich, bzw. seine Person über andere.

Eine von allen gewählte Gruppe entscheidet über die Richtung  und das Tempo der wirtschaftlichen Entwicklung. Was natürlich dann auch Auswirkungen bis in die persönlichen Belange jeder einzelnen Person hat.

Jede persönliche Entfaltung ist stark begrenzt.

Der Kommunismus bremst bzw. unterbindet Wettbewerb und nimmt auch die Hoffnung sich Machtpositionen durch eigene Kraft, Wissen und Können zu erobern.

Kommunismus steht also der ureigensten evolutionären Entwicklung, die auf Wettbewerb und Hoffnung ausgerichtet ist, entgegen.

Kommunismus wird vom wettbewerbsbestimmten Menschen, nicht akzeptiert, von starken Personen bekämpft, weil er wirtschaftliches Machtstreben nicht zulässt.

Selbst die Schwächsten, die von Gleichheit ungemein profitieren würden, lehnen den Kommunismus ab, weil er die Hoffnung auf Reichtum und Macht nimmt. Einmal oben stehen – davon träumt jeder. Auch wenn die Chance fast Null ist. Evolution ist Wettbewerb und Hoffnung. Das ist genetisch verankert.

Die Siegertypen im evolutionären Wettbewerb, die Starken, die Rücksichtlosen, aggressive Kämpfernaturen, Durchsetzer, Führungspersönlichkeiten, haben bisher in der Weltgeschichte am Ende immer gewonnen.

Technische Entwicklung

Die technische Entwicklung beschleunigt sich seit Anfang der Industrialisierung permanent.

Mit der Digitalisierung und Ausbau des Internet beschleunigt sich die technische Entwicklung geradezu rasant und dadurch aber auch sehr unübersichtlich.

Erkenntnisse von heute sind morgen Allgemeingut auf das fast jeder zugreifen und weiterentwickeln kann.

Als die Atombombe entwickelt wurde, waren die Wissenschaftler trotz aller Berechnungen nicht sicher, ob durch die Kernspaltung nicht eine Kettenreaktion ausgelöst würde, die aus der Erde in relativ kurzer Zeit eine Sonne machen würde. Man hat die Kernspaltung trotz des hohen Risikos der eigenen Vernichtung durchgeführt.

Dies zeigt, – was man machen kann, wird irgendwo von irgendwem eines Tages gemacht.

Es wird in Zukunft viele Möglichkeiten einer nicht mehr zu stoppenden Kettenreaktion geben.

Die Erde mit ihrer dünnen Atmosphärischen Hülle, den Meeren, den Pflanzen, dem vielfältigen Leben ist ein sehr fragiles und verletzliches System.

Mit dem technischen Fortschritt wird die Gefahr der Selbstzerstörung immer größer.

Sollte das System nur kippen und 99,9% der Bevölkerung sterben, sind immer noch ca. 7 Million Menschen übrig um eine neue Population aufzubauen. Allerdings auf einem schon jetzt geplünderten Planeten.

Sollte allerdings eine Kettenreaktion ausgelöst werden, bei der sich die Troposphäre verändert, kann dies das gesamte  organische Leben der Erde zerstören.

Die Gefahr, dass der technische Fortschritt in dieser Richtung missbraucht wird, wächst permanent.

Stand 2014

Die Menschheit steht vor einem wahrscheinlich unlösbaren Problem.

Es leben schon heute ca. 2 Milliarden Menschen zu viel auf dieser Erde.

Die fossilen Energie-Reserven sind schon jetzt größtenteils erschöpft.

Die Meere werden leer gefischt, die Wälder werden vernichtet, landwirtschaftlich nutzbare Flächen schrumpfen dramatisch.

70% der Menschen leben in unterentwickelten Ländern und möchten zu den hochentwickelten Ländern im Lebensstil aufschließen. Mehr Konsum, mehr Verbrauch von Energie, obwohl schon jetzt mehr verbraucht wird als vorhanden ist.

Bei einem G20 genannten Treffen der wirtschaftlich wichtigsten Länder der Erde im Jahr 2014 versprechen die Regierungsvertreter dieser Länder, natürlich wettbewerbgesteuerte  Machtmenschen, anhaltendes Wirtschaftswachstum und Millionen neuer Arbeitsplätze. Wettbewerb macht blind. Sie versprechen mehr Gas zu geben auf dem Weg zum Abgrund.

Der Weg ist vorgezeichnet, weil sich die genetisch angelegten Eigenschaften des Menschen, Wettbewerb und Hoffnung, nicht abschalten lassen.

Verlierer gegen Gewinner 

Die wirtschaftliche Kluft zwischen Gewinnern und Verlierern wird immer tiefer. Gleichzeitig wird das Wissen über diese Kluft durch die modernen Informationstechnologien immer breiteren Bevölkerungsschichten weltweit bekannt.

Die Verlierer erkennen ihre wirtschaftlich aussichtslose Situation.

Die Verlierer begehren auf. Der Kampf Arm gegen Reich wird immer brutaler, und wird dann mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln geführt.

Die Gefahr der Vernichtung wächst mit dem Anwachsen der Weltbevölkerung, mit dem Anwachsen der Kluft zwischen Gewinnern und Verlierern, mit dem Anwachsen des Hasses, und nicht zuletzt auch mit dem technischen Fortschritt.

Es wird gegenseitige Vernichtungskämpfe mit furchtbaren Katastrophen geben.

Der technische Fortschritt ist enorm und er wird in absehbarer Zeit, kleinen Gruppen von Menschen, vielleicht nur 10 bis 20 Personen, die technische Möglichkeit geben, die Troposphäre großflächig zu verändern. Das wird das Ende der heutigen Zivilisation sein.

Es ist höchst wahrscheinlich, dass es passieren wird.

Der Witz des Universums.

Da gelingt es einer Spezies auf einem Planeten am Rande der Milchstraße Intelligenz zu entwickeln. Schon in relativ kurzer Zeit, gelingen riesige technische Fortschritte. Die Spezies hätte die Möglichkeit ihren Planeten in ein nachhaltiges Paradies zu verwandeln.

Doch die Spezies vernichtet sich selbst, weil sie nicht in der Lage ist, den genetisch angelegten Drang des Wettbewerbs zu regulieren.

Ernst Sturm im November 2015

 

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