005 Glückliche Sklaven

Sklave ist jeder Mensch der von den von ihm erarbeiteten Werten einen Teil abgeben muss, für den er keinen Gegenwert erhält.
Wenn das System, das diese Abgaben eintreibt, sehr kompliziert ist, erkennt der Sklave nicht mehr, dass er Sklave ist. Im Extrem glaubt er sogar, er würde zu den Sklavenhaltern gehören.

In Deutschland werden ca. 45% der erarbeiteten Werte von Arbeitnehmern für Steuern und Sozialabgaben einbehalten. Die Abgaben für Steuer, Sozialversicherung und etliches andere sind notwendig um Infrastruktur, Verwaltung, Medizin, soziale Versorgung usw. zu finanzieren. Es gibt aber unendlich viele Schmarotzer die mit dem System mitfinanziert werden.
Wenn man alle „zusätzlichen Ausgaben“, die nichts mit der Lebenshaltung zu tun haben berücksichtigt, sind es ca. 70% der erarbeiteten Werte die abgegeben werden.
Ein kleines Beispiel der „zusätzlichen versteckten Ausgaben“.

Wenn ich ein Kilogramm Kartoffeln kaufe wird mit dem Kaufpreis die Arbeitskraft des Bauern und des Verkäufers bezahlt. In unserem Handels- und Verwaltungssystem gibt es aber sehr viele Schmarotzer die mit bezahlt werden müssen. Der Bauer braucht einen Traktor, dafür eine Versicherung, er braucht Treibstoff, und viele andere Dinge. Der Traktor wird hergestellt in einer Fabrik. Die Eigentümer dieser Fabrik erhalten, ohne produktiv tätig zu sein, einen zwar winzigen, aber einen Teil meines Geldes das ich für die Kartoffeln bezahlt habe. Ich bin also ein Sklave dieses Fabrik-Eigentümers, des Versicherungskonzern-Eigentümers, des Raffinerie-Eigentümers und so weiter, ohne es direkt zu merken.

Wie die eigene Sicht der Wandlung vom Sklaven zum vermeintlichen Sklavenhalter vor sich geht habe ich in den 1970er Jahren erlebt.
Ein großer deutscher Konzern hat eine Arbeitersiedlung. In dieser Arbeitersiedlung wurde vor den 1970er Jahren zu 70% SPD gewählt. Die Leute fühlen sich als Arbeiter. In den folgenden 2 Jahrzehnten haben viele dieser Arbeiter in ihrer Fabrik einen wirtschaftlichen Aufstieg erlebt. Sie hatten ein großes Auto, gingen ins Theater, konnten sich mehr leisten und zeigten das auch gerne. Viele hatten jetzt in der automatisierten Fabrik keinen „Blaumann“ mehr an, sondern eine weiße Kutte.
Obwohl ihre Arbeit sich nicht viel geändert hatte, fühlten sie sich nicht mehr als Arbeiter. Sie fühlten sich den Sklaven-Haltern zugehörig, und dachten sie müssten jetzt CDU oder FDP wählen, weil sie doch keine Arbeiter mehr wären. Nur noch 40% wählten SPD.

• Diese Leute sind glückliche Sklaven, die jede Veränderung vehement bekämpfen würden.

Veränderungen, mögen sie noch so gerecht aussehen, sind immer auch mit Risiken verbunden. Menschen mögen keine Risiken, schon gar nicht wenn es ihnen vermeintlich gut geht.
Brot und Spiele – seit tausenden Jahren die Garanten für ein zufriedenes Volk.

Durch Miteigentum vom Sklaven zum Sklavenhalter

Mit einem, wenn auch verschwindet kleinem Anteil an Aktien von „seiner Fabrik“, gelingt es dann, dem Sklaven zu suggerieren, er gehöre zu einer Schicht von Privilegierten. Er wird seinen Einsatz für „seine Fabrik“ noch mehr steigern. Er denkt sogar er gehöre zu den Sklavenhaltern. Er ist dann bereit die höchsten Abgaben der von ihm erschaffenen Werte zu akzeptieren. Er wird dieses System mit aller Macht verteidigen.
Ein subtil funktionierendes und höchst effizient gesteuertes System der Sklavenhalterei.

Sicht der Situation
Dies ist jedoch nur eine Sichtweise der Situation.
Der „Sklave“ wird natürlich vehement bestreiten, dass er ein Sklave ist. Er hat ja alle Freiheiten sofort aus diesem System auszusteigen. Das wird er aber nicht tun, weil dieses System ihm viele Vorteile bietet.
Er hat einen relativ sicheren Arbeitsplatz.
Er hat ein für ihn ausreichendes Einkommen.
Er hat eine gewisse Sicherheit im Umfeld.
Es steht eine gute Infrastruktur zur Verfügung, die ihm und seiner Familie ein angenehmes Leben ermöglicht.
Alle größeren Entscheidungen hat er delegiert an staatliche Institutionen, die er alle 4 Jahre mit wählen darf. Es werden ihm also keine größeren Entscheidungen abverlangt. Das ist ihm sehr recht.

Selbst wenn er also erkennen sollte, dass er Sklave eines Systems ist und dass viele Schmarotzer auch von seiner Arbeitskraft Teile absaugen, wird er sich wehren dieses System zu verändern, denn er fühlt sich sehr wohl und sicher darin.

Bei einer Umfrage Anfang 2017 auf die Frage:
1. Sind sie mit ihrer momentanen Lebenssituation zufrieden? antworteten 68% der Befragten mit Ja.
2. Auf die Frage: Denken Sie, dass es in Deutschland gerecht zu geht? Antworteten 66% der Befragten mit Ja.

Wenn also 2/3 der Bevölkerung zufrieden sind, haben die regierenden Parteien immer eine satte Mehrheit. Das 1/3 der ausgegrenzten zahnlosen Verlierer kann man vergessen.

Zufriedene Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Veränderung.

Um 2/3 der Bevölkerung zu zufriedenen Sklaven zu machen muss nur die Balance im System stimmen.

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